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Dietmar Binger

 

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Dietmar Binger – FEIN SORTIERT – aus den Werksätzen 2000 bis 2012

Dietmar Binger (geb. 1941) hat schon 1991 mit der Ausstellung „Bilder, Objekte, Installationen“ einige seiner Werkgruppen im Museum St. Wendel präsentiert. Damals zeigte er neben großformatiger Malerei Werksätze aus den Bereichen „Expeditionen im Haus“ und „Fundus“. Alltägliche Dinge verloren unter einer dicken Gummikruste ihre Eigenheit und wurden zu einer „verallgemeinerten“ Aussage ihrer selbst. Gleiches galt für die Leiter, Stühle und Europaletten, deren Leerräumen mit Isofloc, einem Dämm- und Füllmaterial aus Papierabfällen, aufgefüllt wurden. Ihrer Funktion beraubt, wurde der volle Umfang ihrer Existenz sichtbar.

Die jetzige Ausstellung hat auf den ersten Blick nichts mit der damaligen zu tun. Kann man das Motiv der großen „Fotopuzzles“ von weitem noch erkennen, aus der Nähe betrachtet fällt es in Bruchstücken auseinander. Thema ist die Wahrnehmung und die Erinnerung daran; eine Thematik, die auch schon der damaligen Ausstellung zugrunde lag. Heute verselbständigen sich Bingers Fotomotive in einem Quadratraster, das wie ein Netz das Sichtbare einfängt. Damals versicherte sich Binger seiner Welt, indem er ihr ein neues Beziehungsnetz überstülpte – wenn auch aus Kautschuk. Der Künstler als Archivar, der nach eigenen Plänen sortiert, was er aufbewahren möchte. Dies ist der Grundgedanken seines Tuns.

In der Werkgruppe „Erinnerte Jetzt-Zeit“ zeigt Dietmar Binger den Lauf der Zeit. Die Geschichten, die man erlebt, die Erinnerungen, die bleiben und ein eigenes Leben führen, die Fotos, die die Erinnerung wach halten sollen, diese aber ihrerseits lenken. Einige Installationen machen assoziativ deutlich – auch mittels Sprache –, dass das Zeiterlebnis relativ ist. Sie zeigen den Zeitfluss auf, in den man hineintauchen kann, aber auch wieder aussteigen. Binger zeigt uns Thanatos, der Gott des sanften Todes in der griechischen Mythologie, der dort wohnt, wo Nacht und Tag sich begegnen.

Im anderen Saal herrscht Eros, der Gott der Liebe. Es begegnen uns Frauengestalten, die als Archetypen, als entpersönlichte „Idole“ – so heißt diese Werkgruppe – dargestellt sind, als Metapher ritualisierter Leidenschaft. Die Farbstiftzeichnungen aus den 1960er Jahren gaben die Richtung schon vor: Busen, Bäuche, Körper, Körperlandschaften, Verbundenheit mit allem Irdischen. Bingers „Idole“ verweisen immer noch auf „das Weibliche“, jedoch thematisiert er hier zusätzlich das Grundbedürfnis aller Menschen, sich an „makellose“ Vorbilder – auch Ideen bzw. Überzeugungen – zu orientieren. Dieser „Glaube“ funktioniert über eine ganz bestimmte, kanonisierte Symbolik, die den Menschen in ihrem Dasein Halt gibt. Bingers „Idole“ rufen die sublimierende Wirkung dieser Symbolik in unser Bewusstsein.

 

Die Ausstellung dauert bis einschl. Sonntag, 10. März 2013.

Das 24-seitige Künstlerblatt ist vom Institut für Aktuelle Kunst in Saarlouis herausgegeben worden, kostet 7 Euro, ist jedoch während der Dauer der Ausstellung zum Preis von 5 Euro im Museum erhältlich.

Am Donnerstag, dem 21. Februar, findet um 17 Uhr ein Werkgespräch mit Dietmar Binger statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Führungen sind nach Voranmeldung möglich.

             

           

             

            

 

        

            

           

         

 

Dietmar Binger

2013