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Fotografie – Peter Baus und Monika Zorn

 

vom 14. September bis

                           einschließlich 9. November 2008

 

Louis Daguerre, der einfachheitshalber meistens als der Erfinder der Fotografie bezeichnet wird, erkannte bereits vor 150 Jahren, dass die Beziehung zwischen einem Foto und der sichtbaren Wirklichkeit unmittelbar ist. Ein Foto entsteht durch die mechanische Projektion eines bereits vorhandenen Gegenstandes auf eine lichtempfindliche Platte. Dies bedeutet, dass die Abbildung ohne den "Umweg" über die künstlerische Interpretation eines Malers zustande kommt.

Das fotografische Bild hat so viel Ähnlichkeit mit einer unmittelbaren Wahrnehmung, dass wir meistens einfach durch das "Medium" Foto hindurch schauen. Wir reagieren auf die Situation die abgebildet ist, aber nicht auf die Tatsache, dass wir ein Foto vor uns haben.

Eine der wichtigsten Merkmale der traditionellen Kunstfotografie ist, dass dieser Transparenz des Mediums entgegen gewirkt wird. Durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen etwa lenkt der Künstler unsere Aufmerksamkeit von der Abbildung hin zum fotografischen Prozess. Der Fotograf "komponiert" einen Zusammenhang, wählt ein Fragment aus oder bestimmt einen Ausschnitt. Dennoch zeigt er zwangsläufig nur Dinge, die er vorgefunden hat. So gesehen, ist der künstlerische Status der Fotografie fragwürdig: Können denn komplexe Inhalte durch bloße Reproduktion eines "Ausschnitts" aus der sichtbaren Welt überhaupt erfasst werden?

Dass dies funktioniert, stellen wir fest, wenn wir die Bilder von Peter Baus und Monika Zorn betrachten. Sie zeigen analoge Bilder, die diese Welt unverändert – das heißt ohne digitales Hinzufügen oder Wegradieren von Details – zeigen. Die beiden Künstler arbeiten grundverschieden, aber trotzdem ähnlich in der Art und Weise, wie sie ihre Motive entdecken. Lichtspiele, Schattenwürfe, Strukturen oder Kontraste – das übergeordnete Thema der Arbeit beider Künstler ist die Wahrnehmung. Sie zeigen auf, welche visuellen Schätze sich "einfach so" in unserem Umfeld finden lassen, und wir, die Betrachter, werden uns bewusst, dass wir im Alltag nur sehen, was wir wissen (oder kennen). Leider ist uns die Fähigkeit fast abhanden gekommen, über diesen Rahmen hinaus überrascht zu werden.

Der konstruktive Aspekt in der Arbeit von Monika Zorn ist so auffallend stark, dass die Beziehung zur sichtbaren Welt beinahe abreißt. Der Betrachter rätselt und staunt, weil er diese Beziehung fast automatisch sucht, handelt es sich doch "um ein Foto" – doch die "punktgenaue" Komposition gewinnt die Überhand und fasziniert durch ihre unglaubliche Klarheit.

Peter Baus ist ebenfalls ein Meister in der Auswahl des Bildausschnittes. Hier hat er sich für Landschaften entschieden – und tatsächlich ist die stille Natur eines seiner Hauptthemen. Für seine Bilder reist er oft an den gleichen Ort. Nur wenn alles stimmt, Standort, Licht und Farbe, ist die Bildaussage gelungen. Wir, die Betrachter, werden durch seine Bilder aufgefordert, mit offeneren Augen die Welt zu betrachten.

 

Die Broschüre zur Ausstellung ist zum Preis von 5 &#8364 erhältlich.

 

Die Ausstellung dauert bis einschl. Sonntag, 9. November 2008.

 

Am Donnerstag, dem 23. Oktober findet um 17.00 Uhr ein Werkgespräch mit Peter Baus und Monika Zorn statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Führungen sind nach (telefonischer oder schriftlicher) Voranmeldung möglich (pro Person 1 €; für Gruppen mit weniger als 10 Personen – sowie für Schulklassen – wird eine Pauschale von 10 € berechnet).

 

 

 

 

 

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